Myanmar, das „echte“ Asien – Tagebuch #10

Wieder mal was Neues von den Travelonis! Heute könnt ihr unsere Abenteuer in Myanmar mitverfolgen. Viel Spass!

Die meisten wissen nicht viel über Myanmar, früher Burma oder Birma genannt. Das Land öffnete erst 2012 seine Grenzen und wird seitdem immer mehr zu einem beliebten Reiseziel. Im Internet und in Dokus heisst es immer, dass man dort noch ein Stückchen «echtes Asien» erleben kann. In diesen 2.5 Wochen sahen wir zwei Seiten von diesem Land.

Yangon – Grosstadt in der Vergangenheit

Unser Start war in Yangon, die grösste Stadt des Landes mit etwas mehr als 5 Millionen Einwohnern. Auf den ersten Blick eine moderne Grossstadt. Wenn man genauer hinsieht, merkt man aber wie neu diese Modernität in Myanmar ist. Wlan ist mehr schlecht als recht (wenn überhaupt), Strassenlaternen existieren zwar aber leuchten in der Nacht nicht und Touristen werden neugierig angestarrt. Der erste KFC feierte sein einjähriges Jubiläum in Myanmar, als wir im Juli da waren. Es war bisher das einzige Land auf unseren Reisen ohne einen McDonalds.
Natürlich wurde auch sightseeing gemacht. Wir machten einen obligatorischen Besuch bei der berühmten 98 Meter hohen goldenen Shwedagon Pagoda. Laut einer Legende soll diese 2500 Jahre alt sein. Die ersten glaubwürdigen Berichte entstanden aber erst im vierzehnten Jahrhundert. Ausserdem kletterten wir auch in einen verlassenen Freizeitpark und besuchten das Drug Elimination Museum.

Inle Lake – Leben auf dem Wasser

Unser zweiter Stopp in Myanmar war der Inle Lake im Norden. Dort gibt es vor allem die im Wasser auf Stelzen gebauten Häuser, schwimmenden Gärten und Zigarrenproduktion zu bestaunen. Dies kann man mit einer Bootstour erleben, wo wir sogar noch in eine burmesische Hochzeit eingeladen wurden. Auch gibt es unzählige Möglichkeiten für Trekking- oder Fahrradtouren. Dieses kleine Dörfchen ist echt idyllisch und die Kinder freuten sich sehr Touristen zu sehen. Ein kleiner Junge winkte uns so euphorisch zu, dass er fast aus dem Fenster viel.

Mandalay – Selfies auf burmesisch

Weiter ging es nach Mandalay, die zweitgrösste Stadt Myanmars. In unserem Hotel gab es gratis Fahrräder und so ging es für uns zum Mandalay Hill. Da gerade Neumond war, hatten die meisten Leute frei und es war gefühlt die halbe Stadt auf diesem Hügel. Wir brauchten echt lange für den Aufstieg der fast 1000 Stufen, da sehr viele Burmesen selten Ausländer (vor allem mit so viel Bart wie Bruno) zu sehen bekommen und dann die ganze Familie für ein Foto mit uns posieren wollte. Für viele Jugendliche war es wie eine Mutprobe uns im Vorbeirennen «Hello» zuzurufen und Mütter zeigten ihren kleinen Kindern lachend diese komischen Leute (also uns). Wir wissen nun wie es sich anfühlt, berühmt zu sein. Ab und zu streichelten sie unsere helle Haut und sagten «you beauty» oder wollten an Brunos Bart zupfen. Nach dem Hill wurden einige Tempel und Klöster besucht und gemütlich mit dem Fahrrad zurückgefahren.

Bagan – Tempel soweit das Auge reicht

Unser letzter Halt vor der Weiterreise war Bagan, die Heimat von einst ca. 10’000 buddhistischen Tempeln. Heute sind noch über 2200 Tempel zum Teil tief versteckt in der Natur zu finden. Mit unserem E-Bike erkundeten wir rund 20 Tempel in zwei Tagen. Es gibt Grosse, Kleine, Prunkvolle, Schlichte, Restaurierte und halbwegs Intakte. Leider ist es seit März 2016 in den meisten Orten verboten, auf die oberen Plattformen der Tempel zu klettern. An den aber bisher noch erlaubten Orten, erwartet einen eine atemberaubende Sicht über unzählige Bauten, die zwischen den Bäumen hervorschauen. Die Idylle wird aber leider von einem Faktor zerstört… Vor jedem Tempel warten mehrere Burmesen, die ihre Waren an den Mann bringen wollen. «Nein» kennen sie nicht. Wir verstehen, dass sie auch Geld brauchen und ihre Sachen verkaufen wollen, aber nach dem hundertsten Mal «Hello Sir you buy pants; postcard; water; cigar; t-shirt…» nervt es einfach nur. Vorallem weil sie einfach nicht lockerlassen wollen. Als wir ein Portrait von einem Kind machten, streckte er die Hand aus und sagte «500 Kyatt» (umgerechnet zwar nicht mal 50 Rappen, aber trotzdem). Mit Geduld liess sich dies aber ertragen und so genossen wir unsere Zeit in Bagan.

Fazit

Der Tourismus hilft diesem Land, macht es aber zeitgleich auch kaputt. Kinder setzten ihre breitesten Lächeln auf und strecken die Hand aus und sagen mit lieblicher Stimme «Money?». Während einige nur ihr Englisch mit uns verbessern wollten, waren wir durchgehend misstrauisch, ob uns jetzt doch etwas angedreht wird und waren somit ab und zu abweisend zu den Personen. Wahrscheinlich waren wir einfach ein, zwei Jahre zu spät dran für das «echte» Asien. Gefallen hat es uns trotzdem sehr gut und wir haben es echt genossen. Auch wollen wir denen natürlich nicht den Tourismus verbieten weil es dann weniger «authentisch» ist. Der Tourismus wird die Wirtschaft ankurbeln und dies ist auch gut so und Shan Noodle Shop 999 bleibt zumindest bei Céline immer in bester Erinnerung (Beste. Wonton. Ever!).

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